Was erwartet Diego bei Juventus?
http://www.sueddeutsche.de/sport/799/481272/text/
Und im übernächsten Jahr ein neues Stadion.
Dienstag, 21. Juli 2009
Donnerstag, 16. Juli 2009
Benvenuto Oscar
Mittwoch, 15. Juli 2009
Ein Gerichtssaal in Italien
Arezzo, ein heißer Juliabend. Urteilsverkündung im Prozess gegen Luigi Spaccarotella, den Polizisten, der im November 2007 den Discjockey Gabriele Sandri erschoss. Sandri war mit anderen Lazio-Fans auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel. Auf einem Autogrill-Parkplatz kam es zwischen den Laziali und ein paar Juve-Fans zu einem Gerangel. Die Römer reisten mit Messern. Sandri und seine Freunde gehörten zur Kurvengruppe "In basso a destra", rechts unten. Das alles konnte Spaccarotella nicht wissen, als er schoss. Warum er schoss, hat auch das Gericht in Arezzo nicht klären können. Wieso zückt ein Polizist die Dienstwaffe, wenn er sieht, dass sich auf einem Autobahnparkplatz junge Männer raufen? Sandri und seine Freunde wollten überdies gerade abfahren. Einige Zeugen haben vor Gericht bestätigt, dass sich die jungen Männer bereits im Auto befanden, als der Polizist auf sie schoss.
Spaccarotella bekam gestern abend sechs Jahre wegen fahrlässiger Tötung. Der Staatsanwalt hatte 14 Jahre wegen Totschlags gefordert. Schon während des Urteilsspruchs kam es zu Tumulten im Saal. Die Freunde des Toten beschimpften die Richter: Narren, Bastarde, Scheißkerle. Carabinieri führten sie hinaus.
Gabriele Sandris Vater kündigte an, sofort die Arbeit in der "Stiftung Gabriele Sandri" einzustellen. Die Stiftung war eine Art Fanprojekt. Der Vater Sandri äußerte außerdem, er schäme sich dafür, Italiener zu sein und er könne sich nicht vorstellen, dass sein älterer Sohn Cristian jemals wieder einen Fuß in einen italienischen Gerichtssaal setzen wolle. Cristian Sandri arbeitet als Rechtsanwalt.
Die Enttäuschung eines verwaisten Vaters ist immer verständlich. Man muss sich aber auch fragen dürfen, warum in der ersten Erregung über ein zu milde empfundenes Urteil gerade solche Sätze fallen. Und nicht andere. Das Schwurgericht in Arezzo hat sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht. Ist die Überreaktion eines Polizisten im Dienst Totschlag oder noch fahrlässig? Das war die Frage. Im Hinterkopf hatte das Gericht: Die Atmosphäre zwischen Polizei und Ultras war seit dem Tod eines Beamten bei Krawallen um das Stadion von Catania extrem aufgeheizt. Polizisten und Stadion-Randalierer standen sich feindlich gegenüber. Wie in einem Krieg.
In der Nacht nach Gabriele Sandris Tod haben angebliche Roma- und Lazio-Ultras die Gegend um das Olympiastadion nachgerade terrorisiert, den Sitz des NOK verwüstet, Busse gekapert, eine Polizeikaserne attackiert, Müllcontainer, Mopeds und Autos in Brand gesteckt. Wie werden die Kurven auf diesen Urteilsspruch reagieren? In Rom wurden heute Nacht zwei Männer festgenommen, die Steine und Flaschen auf ein Polizeiauto geworfen hatten. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurde das übliche Fascho-Material festgestellt, über das sich in Italien niemand mehr aufregt.
Ein Urteil wird hier übrigens erst nach der letzten Instanz rechtsgültig. Was bedeutet: Spaccarotella muss vorerst nicht in den Knast. Und der Staatsanwalt wird in Revision gehen.
Spaccarotella bekam gestern abend sechs Jahre wegen fahrlässiger Tötung. Der Staatsanwalt hatte 14 Jahre wegen Totschlags gefordert. Schon während des Urteilsspruchs kam es zu Tumulten im Saal. Die Freunde des Toten beschimpften die Richter: Narren, Bastarde, Scheißkerle. Carabinieri führten sie hinaus.
Gabriele Sandris Vater kündigte an, sofort die Arbeit in der "Stiftung Gabriele Sandri" einzustellen. Die Stiftung war eine Art Fanprojekt. Der Vater Sandri äußerte außerdem, er schäme sich dafür, Italiener zu sein und er könne sich nicht vorstellen, dass sein älterer Sohn Cristian jemals wieder einen Fuß in einen italienischen Gerichtssaal setzen wolle. Cristian Sandri arbeitet als Rechtsanwalt.
Die Enttäuschung eines verwaisten Vaters ist immer verständlich. Man muss sich aber auch fragen dürfen, warum in der ersten Erregung über ein zu milde empfundenes Urteil gerade solche Sätze fallen. Und nicht andere. Das Schwurgericht in Arezzo hat sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht. Ist die Überreaktion eines Polizisten im Dienst Totschlag oder noch fahrlässig? Das war die Frage. Im Hinterkopf hatte das Gericht: Die Atmosphäre zwischen Polizei und Ultras war seit dem Tod eines Beamten bei Krawallen um das Stadion von Catania extrem aufgeheizt. Polizisten und Stadion-Randalierer standen sich feindlich gegenüber. Wie in einem Krieg.
In der Nacht nach Gabriele Sandris Tod haben angebliche Roma- und Lazio-Ultras die Gegend um das Olympiastadion nachgerade terrorisiert, den Sitz des NOK verwüstet, Busse gekapert, eine Polizeikaserne attackiert, Müllcontainer, Mopeds und Autos in Brand gesteckt. Wie werden die Kurven auf diesen Urteilsspruch reagieren? In Rom wurden heute Nacht zwei Männer festgenommen, die Steine und Flaschen auf ein Polizeiauto geworfen hatten. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurde das übliche Fascho-Material festgestellt, über das sich in Italien niemand mehr aufregt.
Ein Urteil wird hier übrigens erst nach der letzten Instanz rechtsgültig. Was bedeutet: Spaccarotella muss vorerst nicht in den Knast. Und der Staatsanwalt wird in Revision gehen.
Donnerstag, 18. Juni 2009
Kleopatras Rache
Ägypten gewinnt in Johannesburg hochverdient gegen Italien 1:0. Die Squadra Azzurra findet in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel, nach der Pause sieht sie etwas besser aus aber nie so gut wie der Afrikameister, der selbstbewusst, beharrlich und technisch sicher die gesamten 95 Minuten bestreitet. Klassischer Fall von Selbstüberschätzung der Italiener, deren Anführer Cannavaro und Buffon vor der Partie unter extremer Verachtung der eigenen Lächerlichkeit nichts Besseres zu tun hatten, als beim eigenen Publikum "mehr Respekt" für die alten Kämpen der Weltmeisterschaft einzufordern. Gähn! Von Ägypten lernen heißt: Spielen statt faseln.
Mittwoch, 17. Juni 2009
Ein Tod in Neapel
Petru Birlandeanu war 31, er spielte Akkordeon in der Metro von Neapel. Vorher war er Profifußballer gewesen, Mittelstürmer beim rumänischen Erstligaklub FC Politehnica Iaşi.
Petru verließ seinen Klub und sein Land, er ging zusammen mit seiner Frau nach Italien. Nach Neapel. Die Stadt gab ihm nichts, er lebte von Almosen, sie schlugen sich so durch.
Am Abend des 26. Mai kurz vor 20 Uhr befanden sich Petru und seine Frau am Eingang der Seilbahnstation von Montesanto mitten in der Altstadt. Es war noch hell. Vier Mopeds mit acht Männern darauf rasten gegen die Einbahnstraße. Jemand schoss. Petru sank zu Boden. Er schleppte sich dann in den Bahnhof, bis vor die Ticketschranke. Seine Frau war bei ihm, sie nahm ihm das Akkordeon ab, sie hielt seine Hand, sie schrie nach Hilfe. Als der Krankenwagen kam, war Petru schon tot. Eine Viertelstunde lang war er gestorben. Keiner der vielen Menschen in der Stazione Montesanto hatte sich ihm genähert, keiner hatte Hilfe angeboten, alle hatten einfach nur zugeschaut. Die Ambulanz kam nicht für Petru, sondern für einen 14-Jährigen Italiener, der in der Schießerei leicht verletzt worden war.
Der Tod in Neapel kann plötzlich sein, absurd und grausam. Genau wie das Leben. Dutzende Male habe ich in Montesanto die Seilbahn genommen, um nach San Martino hochzufahren. Beim nächsten Mal werde ich an einen Akkordeonspieler denken, der nie mehr Fußball spielen kann.
Petru verließ seinen Klub und sein Land, er ging zusammen mit seiner Frau nach Italien. Nach Neapel. Die Stadt gab ihm nichts, er lebte von Almosen, sie schlugen sich so durch.
Am Abend des 26. Mai kurz vor 20 Uhr befanden sich Petru und seine Frau am Eingang der Seilbahnstation von Montesanto mitten in der Altstadt. Es war noch hell. Vier Mopeds mit acht Männern darauf rasten gegen die Einbahnstraße. Jemand schoss. Petru sank zu Boden. Er schleppte sich dann in den Bahnhof, bis vor die Ticketschranke. Seine Frau war bei ihm, sie nahm ihm das Akkordeon ab, sie hielt seine Hand, sie schrie nach Hilfe. Als der Krankenwagen kam, war Petru schon tot. Eine Viertelstunde lang war er gestorben. Keiner der vielen Menschen in der Stazione Montesanto hatte sich ihm genähert, keiner hatte Hilfe angeboten, alle hatten einfach nur zugeschaut. Die Ambulanz kam nicht für Petru, sondern für einen 14-Jährigen Italiener, der in der Schießerei leicht verletzt worden war.
Der Tod in Neapel kann plötzlich sein, absurd und grausam. Genau wie das Leben. Dutzende Male habe ich in Montesanto die Seilbahn genommen, um nach San Martino hochzufahren. Beim nächsten Mal werde ich an einen Akkordeonspieler denken, der nie mehr Fußball spielen kann.
Dienstag, 16. Juni 2009
Mittwoch, 3. Juni 2009
Wohin zieht Kakà?
Für 120 Millionen Euro wollte Berlusconi ihn nicht verkaufen, als Manchester City um Kakà warb. Jetzt geht der Brasilianer für gut die Hälfte zu Real Madrid. Oder für ein Drittel zum FC Chelsea. Entweder waren die 120 Millionen gestrunzt. (Man City hat die Summe verständlicherweise sowieso nie bestätigt). Oder Berlusca steht das Wasser bis zum Hals. Aber das wollen wir nun doch nicht glauben, so lange er es sich leisten kann, ein paar Dutzend Mädchen mit seinem Privatjet für ein nettes Weekend nach Porto Rotondo einfliegen zu lassen.
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